wildkarnikel

Posted by michl on 17/03/2014 in trävl

nun ist es ja nicht so, dass im staat malta nur beschissen und bestochen wird. die malteser sind auch nicht unschlau was das melken von kühen angeht. nicht malta's kühe, derer gibt es gerade mal eine handvoll (milch wird wie so einiges auf der insel importiert), gemeint sind die euter der EU. malta, so mikrig klein die insel, bzw. der staat auch ist, gibt es auf dem eiland einige historische bauten, die erhaltenswert sind. zum beispiel die festungsanlagen von valletta und cottonera, die bis ins 16. jahrhundert zurückreichen. oder die hauptstadt valletta selbt, die unter dem schutz des UNESCO-weltkulturerbes steht.

doch malta kann diese bauten, die die insel, bzw. ihre wichtigsten städte vor den angriffen der türken und anderer angreifer schützten, nicht selber unterhalten. das heisst, sie würden auf absehbare zeit zerfallen. doch da gibt es ja die EU und ihren fonds für regionale entwicklung (EFRE). aus diesem und anderen EU-töpfen erhielt malta von 2009 bis 2013 knapp 800 mio €. ein ganz schönes sümmchen, wenn man bedenkt, dass das meiste ausnahmsweise im land bleibt und in die mauern von cottonera und valletta investiert wird. und der strom von geld aus brüssel (den «netto-geber-ländern») wird vorläufig nicht abreissen. auf malta gibt es noch viel zu tun, das der kleinste aller EU-staaten nicht selbst stemmen kann. z. b. das neue hochspannungskabel nach sizilien, das gerade ins meer verlegt wird und um die 200 mio € kosten wird. nein geschenkt bekommt malta diese dinge nicht ganz. es muss sich zu 10 bis 20 % an den kosten beteiligen. doch das ist wohl das kleinere problem. man ist ja nicht arm auf malta, nur bruttoinlandtechnisch ein bisschen zurückgeblieben.

anderseits geht man auf malta auch der zeit voraus (was nicht frei von problemen ist). zum beispiel ist die mobiltelefondichte die elfthöchste in europa ((925 handy's / 1'000 einwohnende), höher als in deutschland oder österreich aber nicht höher als in der CH (955 handy's / 1'000 einwohnende)), die zweithöchste automobildichte europa's (760 auto's auf 1'000 einwohnende, andorra: 927/1'000) und die zahl der illegalen einwanderer weltweit eine der höchsten (2013 lt. UNHCR: 1 asylsuchende/r auf 49 einw.; schweiz 1 auf 87). in oder auf malta spricht aber niemand von dichtestress. niemand von autobahnvignetten (da es keine autobahnen gibt, doch ist die strassensteuer auch nicht wirklich nennenswert), niemand von lückenhafter netzabdeckung und ihre asylanten sperren sie in internierungslagern ein (wofür malta im oktober 2013 vom europäischen gerichtshof für menschenrechte verurteilt wurde).

so sieht's aus. trotzdem ist malta meine lieblingsinsel. weil man da die besten wildkarnikel der welt serviert bekommt.

anm.: malta liegt im mittelmeer, umgeben von nichts als wasser, potentiellen feinden wie islamisten, russen, bankgeheimnisknackern und sonstigen subversiven kräften. aber malta hat weder ein ruhendes noch ein stehendes heer, weder ein reduit im sandsteinuntergrund noch einen kampfflieger.

 

 

 

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