{"id":1276,"date":"2013-12-21T06:02:48","date_gmt":"2013-12-21T06:02:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/?p=1276"},"modified":"2014-02-13T10:47:50","modified_gmt":"2014-02-13T07:47:50","slug":"der-langstetiefstezweitgrosste-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/?p=1276","title":{"rendered":"der l\u00e4ngstetiefstezweitgr\u00f6sste #16"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">nun zu dem gew\u00e4sser, auf dessen buckel wir die<a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_lake_google_block1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1289 alignright\" style=\"margin-left: 16px; border: 3px solid black;\" title=\"16_lake_google_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_lake_google_block1.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_lake_google_block1.jpg 400w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_lake_google_block1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a> ganze zeit herumtuckern. ohne den es die liemba und diese reise und \u00fcberhaupt &#8211; gar nicht g\u00e4be.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der lake tanganjika heisst eigentlich \u00abliemba\u00bb. doch um die namensgebung der einheimischen k\u00fcmmerten sich die beiden entdecker richard francis burton und john hanning im jahr 1858 wenig. die beiden engl\u00e4nder hielten den see f\u00fcr die quelle des nil&#8217;s, was aber sp\u00e4ter widerlegt wurde. auch der viel bekanntere missionar david livingstone sah 1867 den see und wurde sogleich krank, worauf er eine ganze weile in ujuji (bei kigoma) verbrachte bis er 1873 verstarb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der tanganjikasee ist teil des ostafrikanischen graben&#8217;s, welcher wiederum teil des rund 6&#8217;000 km langen grossen ostafrikanischen grabenbruch&#8217;s ist, der vor rund 20 mio jahren die h\u00f6chsten berge und tiefsten seen afrika&#8217;s entstehen liess. dieses grabensystem bidet ein Y (siehe satellitenbild), an dessen linkem ausleger befindet sich der tanganjikasee. er ist der tiefste see afrika&#8217;s (1&#8217;470m) und der zweittiefste der erde nach dem baikalsee. er ist auch der l\u00e4ngste (673km) see des kontinent&#8217;s &#8211; aber nicht der gr\u00f6sste. sein abfluss ukuga fliesst in das weitreichende flusssystem des congo river. an seine ufer reihen sich die staaten tansania, sambia, burundi und die demokratische republik kongo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0796_block.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1285\" style=\"border: 3px solid black; margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;\" title=\"16_HUG_0796_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0796_block.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0796_block.jpg 800w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0796_block-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><em>Blick nach Westen: Die Shoreline der Demokratischen Republik Kongo<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die weltnaturschutzorganisation IUCN h\u00e4lt den lake tanganjika f\u00fcr den artenreichsten see der welt. in ihm leben min. 300 fischarten, 95% endemisch (das heisst es gibt sie nur hier). beliebt ist dabei nicht nur der kapenta, die tanganjikaseesardine, sondern auch eine ganze anzahl von zierfischen (ornamental fishes). die einheimischen k\u00f6nnen mit den aquariumsfischen nicht viel anfangen, wahrscheinlich weil sie aus der pfanne nicht schmecken. im ausland (europa und usa) sind sie aber sehr beliebt, weshalb in den letzten jahrzehnten eine zierfische-exportindustrie entstanden ist. in der zoohandlung r\u00fcegg in dietfurt zum beispiel gibt es eine ganze abteilung mit zierfischen aus dem tanganjikasee. fang und export (und noch vielmehr der import) sind aber streng geregelt, so dass der artenreichtum nicht gef\u00e4hrdet ist. infolge der reichen, bunten unterwasserwelt ist der tanganjikasse auch bei tauchern beliebt. allerdings gestaltet sich die an- und wegreise zum und vom see nicht wirklich unbeschwerlich, was eigentlich ganz gut ist. unter 200 m gibt es infolge zu geringer wasserumw\u00e4lzung fast keinen sauerstoff mehr weshalb hier kein h\u00f6heres leben mehr existiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_DSC_2927_block.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1293\" style=\"border: 3px solid black; margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;\" title=\"16_DSC_2927_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_DSC_2927_block.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"451\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_DSC_2927_block.jpg 800w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_DSC_2927_block-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><em>Das Fischerdorf Muzi im S\u00fcden des See&#8217;s nahe der sambischen Grenze<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">gesch\u00e4tzte 50&#8217;000 menschen leben am und vom tanganjikasee. ugali (polenta aus weissem mais) und tanganjikaseesardinen sind ihre nahrungsgrundlage. die nur fingerlange sardine wird mit feinen netzen (oft auch nachts mit taschenlampe oder scheinwerfer) gefangen und an der sonne getrocknet. zur zubereitung schmeisst man eine handvoll ins heisse \u00f6l und isst sie dann mit kopf und allem drum und dran. der eigengeschmack ist so intensiv (und gut!), dass es keine weiteren gew\u00fcrze braucht ausser vielleicht etwas salz (der tanganjikasee ist ein s\u00fcsswassersee). auch ugali gibt es nicht nur am tanganjikasee, sondern in halb afrika, an jeder ecke. die ugali-polenta ist schneeweiss, gelber (s\u00fcss-)mais ist in afrika nicht beliebt, obwohl er einiges mehr an inhaltsstoffen h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0601_block.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1294\" style=\"border: 3px solid black; margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;\" title=\"16_HUG_0601_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0601_block.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0601_block.jpg 800w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0601_block-300x177.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><em>Taxiboot des Mahele Mountain National Park<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">etwa in der mitte des tansanischen ufer&#8217;s befindet sich der mahele mountain national park. seine fl\u00e4che betr\u00e4gt 1&#8217;577 km2 und seine h\u00fcgel reichen bis auf 1&#8217;800 m h\u00f6he. er ist eines von zwei gesch\u00fctzten reservaten f\u00fcr schimpansen in tansania. ausserdem ist er vollkommen autofrei und kann nur \u00fcber den see erreicht werden. martin, der z\u00fcrcher chemiker und waldspezialist, leitet hier seit 18 jahren ein programm gegen neophyten. was bei uns das dr\u00fcsige springkraut oder der japanische kn\u00f6terich, ist in weiten teilen des afrikanischen urwald&#8217;s ein baum (dessen namen ich leider vergessen habe), der, so martin: \u00abhier nicht hingeh\u00f6rt.\u00bb nach 15 jahren experimentiererei mit verschieden sanften methoden ist er jetzt dazu \u00fcbergegangen, den baum von der wurzel her zu vergiften. w\u00fcrde man ihn einfach nur f\u00e4llen, w\u00fcrde er nachwachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0785_block.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: 3px solid black; margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;\" title=\"16_HUG_0785_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0785_block.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"531\" \/><\/a><em>Die Bucht von Kipili, rechts das \u00abLupita Island Resort &amp; Spa\u00bb f\u00fcr Superreiche<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der tourismus am lake tanganjika l\u00e4uft auf schmalem gleis. es gibt ganz wenige lodges am 600 km langen tansanischen ufer und ein hotel in kigoma. ob das gut oder schlecht ist f\u00fcr den see und seine anwohner m\u00f6chte ich nicht beurteilen. der tanganjikasee ist ein naturwunder, ein bijou, ein ort zum entspannen, runterfahren und verzichten. \u00abentschleunigen\u00bb hiesse sowas im slang der hippen manager der ersten welt. nur, w\u00fcrden diese hippen und gestressten wirklich eine weile lang auf strom, internet und drinks verzichten wollen? die miserablen oder gar nicht vorhandenen strassenverh\u00e4ltnisse sind eine nat\u00fcrliche barriere ebenso wie der nicht vorhandene arzt oder die unterirdischen hygieneverh\u00e4ltnisse. wer&#8217;s bis hierher schafft und eine robuste konstitution hat, wird reich belohnt. wem&#8217;s zu beschwerlich ist oder wer sich f\u00fcr einen haufen geld einfliegen l\u00e4sst und dann entt\u00e4uscht ist, weil er seinen status nicht twittern kann &#8211; auf diese touristen kann der tanganjikasee verzichten. dennoch gibt es leute, die gerade das suchen, ohne auf gewissen komfort verzichten zu wollen. supersuperreiche scheinen auf lupita island bei kipili ganz gut zurechtzukommen. \u00abkein strom, kein internet, kochen auf offenem feuer wie die einheimischen\u00bb, sagt yussuf, 2nd officier, \u00ababer die \u00fcbernachtung kostet dort 1&#8217;000 dollar!\u00bb damit die, f\u00fcr die derartige spesen kein problem sind, auch m\u00f6glichst speditiv dahinkommen, hat lupita island eine private flugzeugpiste. man kann sich aber auch vom betriebseigenen schnellboot in kigoma oder im mahele park abholen lassen. das \u00ablupita island resort &amp; spa\u00bb meidet die \u00f6ffentlichkeit: auf maps.google.com ist der ort jedenfalls nicht n\u00e4her bezeichnet. das heisst, bei der buchung des angebot&#8217;s weiss der kunde nicht, wo er seine \u00abmassages, steam treatments, cleansing facials and herbal body wraps\u00bb erh\u00e4lt. was ihm wahrscheinlich auch wurscht ist. ebenso egal ist solchen leuten auch der umstand, dass sie f\u00fcr eine nacht in etwa das 250-fache dessen ausgeben, was ihre gesichtspflegerin im monat verdient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0847_block.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: 3px solid black; margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;\" title=\"16_HUG_0847_block\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/16_HUG_0847_block.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"531\" \/><\/a><em>Baden f\u00fcr Backpacker im vielleicht letzten sauberen S\u00fcsswassersee der Erde<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der zivilisationsfortschritt hat auch vor dem tanganjikasee nicht halt gemacht und die spuren sind nicht zu \u00fcbersehen. d\u00f6rfer werden von mobilnetzantennen \u00fcberragt. motorboote (es sind zum gl\u00fcck nur sehr wenige) tuckern auf dem see ohne irgendwelche abgasvorschriften. jeglicher abfall wird von den anwohnern umgehend in den see geschmissen oder wird bei regen hineingesp\u00fclt. die petflasche ist l\u00e4ngst auch hier angekommen und schwimmt nach ihrem gebrauch noch jahre auf dem see. unter schutz steht der tanganjikasee nicht. er hat sich bis jetzt gut selber sch\u00fctzen k\u00f6nnen. hoffentlich kann er das noch lange.<\/p>\n<div id=\"fb-root\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><script type=\"text\/javascript\">\/\/ <![CDATA[\n(function(d, s, id) {   var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0]; 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