{"id":551,"date":"2013-08-09T21:28:03","date_gmt":"2013-08-09T19:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/?p=551"},"modified":"2013-10-30T17:14:31","modified_gmt":"2013-10-30T15:14:31","slug":"italiener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/?p=551","title":{"rendered":"culatello di zibello"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">recht eigentlich ist dies ja ein l\u00e4sterblog, gjommeret wert&#8217;jo immer i dere schwiiz, und zwar auf hohem niveau, wie man so sch\u00f6n sagt, in letzter zeit. aber dieser blog ist allein mir und meinem gejammer vorbehalten, und das findiguet, mein gel\u00e4ster und gejammer hat wenigstens hand &amp; fuss und ist nicht einfach gejammer und gel\u00e4ster um des jammern&#8217;s und l\u00e4stern&#8217;s willen. meine ich. also ich meine, wenn wer sonst sein gejammer unter die leute bringen will, so soll er dies nicht in meiner stammknille tun, sondern sich seinen eigenen blog schaffen. oder schweigen.<\/p>\n<p>aber wie man anhand meiner blogintervalle sieht, habe ich nicht viel zu jammern, nicht mal auf hohem niveau, offenbar geht es mir einfach zu gut, dass zum jammern keine energie mehr bleibt. andererseits befinde ich mich grad auf der r\u00fcckkehr von einer reportagereise in den s\u00fcden italien&#8217;s. wie alle, die wir italien meinen zu kennen, habe auch ich diverseste erfahrungen mit den italienern gemacht, nicht zum ersten mal tenk, aber diesmal habe ich mir, angesichts des wirklich formidablen abendessen&#8217;s, das ich soeben habe geniessen d\u00fcrfen (das ist auch so eine devote floskel: man hat etwas erfahren\/erhalten\/beiwohnen\/mitmachen D\u00dcRFEN, so ein bl\u00f6dsinn; man bezahlt und man bekommt, das hat nichts mit der gnade des d\u00fcrfen&#8217;s zu tun, that&#8217;s the deal, so einfach ist das), einige gedanken zu diesen italienern (und italienerinnen, aber die sind in italien eher beiware, wenigstens vordergr\u00fcndig) gemacht.<\/p>\n<p>denn was ich nicht verstehe, an dieser ganzen italienischen gastfreundschaft, dass sie so diskrepant sein kann. da komme ich doch grade von einem nachtessen (\u00abcena\u00bb) im \u00abGallo d&#8217;Oro\u00bb (dem goldenen g\u00fcggel), dass einfach nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig liess und selbst der erwartete grappa nach der begleichung der rechnung (was heutzutags mit den ziffern des PIN gemacht wird, demzufolge k\u00f6nnte man auch vom PINNEN der rechnung sprechen (nicht zu verwechseln mit dem vorgang, bei dem dinge, die der erinnerung erhalten bleiben sollen, an w\u00e4nde\/spiegel oder k\u00fchlschrankt\u00fcrenaussen- bzw. spindt\u00fcreninnenseiten geheftet werden) unerwartet gereicht wurde (von einer bedienungstochter, die angesichts der w\u00e4rme (in der tat war es gestern in parma 42\u00b0 (erkl\u00e4rte mir der vorschnelle concierge des \u00abhotel torino\u00bb (einer der sorte, der frustriert nach hause geht, wenn ihn den ganzen tag kein einziger gast gefragt hat, wo man am besten znacht isst (\u00abcena\u00bb)), er rechnete heute mit \u00e4hnlichen bedingungen, in der tat waren es aber nur noch 32\u00b0 tags\u00fcber, jetzt, nachts, vermutlich noch 22\u00b0)) keinen BH tr\u00e4gt, was man aber unter der \u00fcber dem t-shirt getragenen Latz-Sch\u00fcrze nicht auf den ersten blick sieht (in der tat sehen solcherartiges nur unbelastete m\u00e4nner, womit diese exquisite kleine freude nur einem kleinen zirkel (m\u00e4nner, die sich das hinschauen erlauben d\u00fcrfen) vorbehalten bleibt)), als w\u00e4r mann stammgast in diese goldenen tempel der gierigen gockel.<\/p>\n<p>nun wiexsait, in solchen momenten verstehe ich nicht, warum man andernorts (z.b. auf der f\u00e4hre \u00abLaureana\u00bb zwischen napoli und lipari), ein- und ausheimische touristen dermassen arrogant und selbstbezogen abfertigen kann, wo doch die w\u00fcnsche der bedienten (publikum, konsumenten, g\u00e4ste; man mag es benennen wie man will, es sind immer die gleichen, also ich) und die preise in etwa die selben sind. es \u00fcberhaupt um das selbe geht, n\u00e4mlich um das bild eines landes, das deren bewohner (bedienstete) den dahergekommenen eines andern landes geben.<\/p>\n<p>also was man da so auf den italienischen f\u00e4hren (nach wohin auch immer; ich hab&#8216; ez also in den letzten jahren mehrere \u00fcberfahrten erleben D\u00dcRFEN, es kommt immer auf das selbe raus: im grunde genommen t\u00e4t&#8217;s ein floss, um von A (italien) nach B (italien oder sonstwas) zu kommen. nur steuern d\u00fcrfte man als tourist das floss nicht, auch nicht den abfahrtszeitpunkt bestimmen, und schon gar nicht den moment, in dem man ins meer springen darf, wenn das floss untergeht, das darf nur das personal, spricht letztenendlich der capitano. zu sagen hat man n\u00e4mlich nichts, als passagier (gast) auf einer italienischen f\u00e4hre (Siremar, Tirrenia, SNAV, Grimaldi Lines, etc.), allenfalls w\u00fcrde man zum rudern eingeteilt, falls der fall eintritt, dass keine petrolio mehr da ist, und\/oder das schiff im begriff ist, aus welchem grund auch immer (unterhalt, techn. defekt, egomanie) abzusaufen und der capitano als erster an land gebracht werden muss.<\/p>\n<p>im vorletzten winter noch, habe ich mir angesichts des leeren pool&#8217;s auf der f\u00e4hre \u00absuperba\u00bb (nomen est nicht immer omen) von genua nach tanger gedacht: die werden den pool nicht f\u00fcllen, weil eh kein schwein schwimmen geht im februar. aber jetzt, im august, denke ich: die f\u00fcllen den pool nicht weil das arbeit bedeutet. womit ich sagen will: da haben diese f\u00e4hren pool&#8217;s an bord, spielcasino&#8217;s, kino&#8217;s, bar&#8217;s und\/oder kinderspielr\u00e4ume, aber sie sind geschlossen, selbst jetzt im ferragosto, dem ferienbeginn der italiener, wo alle f\u00e4hren nach wohin auch immer (ebenso z\u00fcge, flugzeuge und autobahnen) proppenvoll mit erlebnishungrigen touristen \u00fcberf\u00fcllt sind. im gegenteil: ab 21 uhr wird viertelst\u00fcndlich \u00fcber lautsprecher bekanntgegeben, dass das selbstbedienungsrestaurant (selbstbedienung!) auf deck 6 um ventidue e quindici dann schliesst. und die bar oben auf deck 8 dann um ventitre e quarantacinque.<\/p>\n<p>damit das personal ja nicht auf zuviele arbeitsstunden kommt. und wom\u00f6glich noch wegen eines burnout ausf\u00e4llt (es gibt meines wissen&#8217;s noch keinen begriff in der italienischen sprache f\u00fcr ebendieses ph\u00e4nomen (vermutlich weil dieses ph\u00e4nomen in italien fr\u00fchpensionierung heisst (was auf&#8217;s selbe herauskommt))).<\/p>\n<p>das ist das, was bleibt, wenn ich italien besuche. italien&#8217;s t\u00f6chter, die mir im hitzestau bh-los den \u00abconiglio in padella alle olive nere\u00bb (kaninchen an schwarzen oliven) servieren, nachg\u00e4ngig eines \u00abculatello di zibello\u00bb (herz des parmaschinkens), dazu einen san giovese, der wer weiss der gockel wann gelesen und gekeltert worden ist (ist doch scheissegal), aber so wundersch\u00f6n betrunken macht, dass es den grappa (abschliessender bestandteil des PINNUNGS-ritual&#8217;s\u00a0(s.o.)) eigentlich gar nicht br\u00e4uchte.<\/p>\n<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><script type=\"text\/javascript\">\/\/ <![CDATA[\n         (function(d, s, id) {   var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0]; 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