{"id":1221,"date":"2017-06-02T19:01:10","date_gmt":"2017-06-02T17:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/?p=1221"},"modified":"2017-06-02T19:14:29","modified_gmt":"2017-06-02T17:14:29","slug":"die-kathedrale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2017\/06\/02\/die-kathedrale\/","title":{"rendered":"Die Kathedrale"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">PODGORICA 01\/06\/17. Viel Historisches gibt es nicht zu sehen in Podgorica. Geschichte hat die Stadt trotzdem. 1326 wurde Podgorica erstmals schriftlich erw\u00e4hnt. Die Gr\u00fcndungssiedlung geh\u00f6rte damals zum serbischen Reich. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts herrschten auf dem ganzen Balkan die Osmanen. Ab 1878, mit Beschluss des \u00abBerliner Kongresses\u00bb, gab es das F\u00fcrstentum Montenegro, wobei Podgorica, obwohl zur gr\u00f6ssten Stadt und dem gr\u00f6ssten Handelsplatz in der Region gewachsen, nicht Hauptstadt wurde (sondern Cetinje). Um 1900 hatte Podgorica 13&#8217;000 Einwohnende. 1918 wurde das F\u00fcrstentum, inzwischen ein K\u00f6nigreich, dem K\u00f6nigreich Jugoslawien einverleibt. 1946 erhielt die Stadt den Status der Hauptstadt der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro und den Namen Titograd (zu Ehren des dannzumal aktuellen jugoslawischen Ministerpr\u00e4sidenten Josip Broz, genannt Tito) und sein Flughafen erhielt die IATA-Bezeichnung \u00abTGD\u00bb, die heute noch gilt. Seit dem 2.\u00a0April 1992 (dem Jahr des Zusammenbruchs Jugoslawiens) hei\u00dft die Stadt wieder Podgorica. 2006 wurde Montenegro unabh\u00e4ngig und Podgorica die Hauptstadt des neuen Staates.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nun aber zu einem besonderen Aspekt der j\u00fcngeren Geschichte Podgorica&#8217;s. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt von den Allierten heftig bombardiert (Montenegro war 1942 ein Protektorat Italien&#8217;s, 1943-1944 von Deutschland besetzt), mit dem Resultat, dass sie praktisch vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wurde (im April 1999 wurde Podgorica im Zusammenhang mit dem serbisch-kosovarischen Krieg auch von der NATO bombardiert). Somit gibt es heute in ganz Podgorica kein Geb\u00e4ude, das \u00e4lter als 70 Jahre ist. Auch Kirchen und Moscheen wurden von den Luftangriffen betroffen. Erst 1993 machte sich die serbisch-orthodoxe Kirche daran, ein ihrem Status gerecht werdendes Gotteshaus zu bauen (72 Prozent der MontenegrinerInnen sind serbisch-orthodox, bzw. montenegrinisch-orthodox). 10 Jahre dauerte dann der Bau der \u00abSaborni Hram Hristovog Vaskrsenja\u00bb (Auferstehungskathedrale) in Podgorica. Nun ist es das gr\u00f6sste Gotteshaus der Stadt und die gr\u00f6sste orthodoxe Kirche des Landes und ein \u00abmust-see\u00bb f\u00fcr TouristenInnen (f\u00fcr orthodoxe TouristenInnen und PilgerInnen sowiso).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was lange w\u00e4hrt wird endlich gut und die neue Kathedrale macht sich tats\u00e4chlich gut. Wenigstens von innen. Von aussen ist sie h\u00e4sslich und schludderig gebaut. Von innen aber ist sie sehenswert, ein richtiges Goldst\u00fcck. 6&#8217;200 Quadratmeter W\u00e4nde und Kuppeldecken sind mit Blattgold belegt (und ein sch\u00f6ner Teil davon wurde nach der Vergoldung mit Fresken \u00fcbermalt). 1&#8217;872 Quadratmeter Boden sind mit Mosaiken belegt. Die Hauptkuppel ist 35 Meter hoch und die gr\u00f6sste der 17 Glocken ist 11 Tonnen schwer (im rechten Turm). Die Fresken zeigen wie \u00fcblich Szenen der Bibel, Gott und sein Sohn in allen Auspr\u00e4gungen sowie zahlreiche Heilige und Personen der serbischen und montenegrinischen Geschichte. Dass die orthodoxe Kirche auch das Genre der Satire kennt, beweist ein besonderes Fresko: Es zeigt Karl Marx, Friedrich Engels und Josip Broz Tito in der H\u00f6lle.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1227\" aria-describedby=\"caption-attachment-1227\" style=\"width: 1600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1227\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog.jpg\" alt=\"Saborni Hram Hristovog Vaskrsenja\" width=\"1600\" height=\"1132\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog.jpg 1600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog-600x425.jpg 600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog-768x543.jpg 768w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/grippedbag_IMG_1318_montenegro_blog-100x71.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1227\" class=\"wp-caption-text\">Auferstehungskathedrale in Podgorica &#8211; aussen nix, innen fix<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PODGORICA 01\/06\/17. 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