{"id":1680,"date":"2018-01-03T16:52:31","date_gmt":"2018-01-03T15:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/?p=1680"},"modified":"2018-01-03T20:38:53","modified_gmt":"2018-01-03T19:38:53","slug":"biblioteca-alexandrina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/01\/03\/biblioteca-alexandrina\/","title":{"rendered":"Biblioteca Alexandrina"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Es raucht in den K\u00f6pfen von Alexandria&#8217;s StudentInnen &#8211; Besuch in der Biblioteca Alexandrina &#8211; wenn \u00fcberall Polizeiabsperrungen sind und wie man sich eine Zitrone ausdr\u00fccken l\u00e4sst.<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">ALEXANDRIA &#8211; Man kann ja vieles tun an einem Nachmittag des Jahres letzten Tag&#8217;s. Zum Beispiel vor dem TV rumh\u00e4ngen, sich vorbetrinken (oder beides zusammen), oder Skifahren fahren, oder man kann sich etwas ansehen gehen (Museum\/Einkaufszentrum\/Spengler Cup). Nicht alles vom Genannten birgt nachhaltig Vorteile (gerade h\u00f6re ich in den Nachrichten auf Rock Antenne, dass in Frankreich ein Skifahrer von einem Baum erschlagen wurde (Sport ist Mord (meine Rede))). Da ich grad in Alexandria bin, f\u00e4llt das Eine und Andere ausser Betracht, Essen aber f\u00e4llt nie ausser Betracht. So also begebe ich mich zwecks Mittagessens in eine vom <a href=\"https:\/\/www.google.ch\/maps\/place\/Cap+D'or+Restaurant+%26+Bar\/@31.1973618,29.89356,17z\/data=!3m1!4b1!4m15!1m7!3m6!1s0x14f5c49126710fd3:0xb4e0cda629ee6bb9!2sAlexandria,+Gouvernement+al-Iskandariyya!3b1!8m2!3d31.2000924!4d29.9187387!3m6!1s0x14f5c3ef29101801:0xb81cbdd4f1581e36!8m2!3d31.1973619!4d29.8957488!9m1!1b1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">googel<\/a> empfohlene Beiz namens \u00abCap d&#8217;Or\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Gold ist da nat\u00fcrlich nichts, aber es gibt Bier, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist in dieser Stadt, und nach Bier d\u00fcrstet mich jetzt. Der Wirt, ein kleiner Mann ohne substantielle Englischkenntnisse (was ich ihm nicht im Geringsten zum Vorwurf mache, da ich ja ebensowenig substantielle Arabischkenntnisse habe), meint gleich zu Beginn des Bestellungsgespr\u00e4chs, dass es nur Fisch gibt. Womit die Frage nach der Karte sich soeben selbst erledingt hat. Er macht ein paar Vorschl\u00e4ge in gebrochenem Englisch\/Italienisch\/sonst irgendwas, woraus ich den einen und anderen Begriff heruaszuh\u00f6ren glaube.\u00a0 Ich bestelle also und erhalte dann frittierte Tintenfischringe (kennt man) sowie eine Handvoll gebratene Crevetten (kennt man enad auch). Plus Salat und Fladenbrot und ein Tellerchen mit einer Creme, die sich wie Omelettenteig anf\u00fchlt und auch so schmeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ich in der Folge so richtig reinhauen m\u00f6chte, kommt der Wirt nochmal daher und presst eigenh\u00e4ndig und faustdick eine Zitrone \u00fcber meinen Fr\u00fcchten des Meeres aus. Ich lasse es geschehen, auch im Wissen, dass dies einer der ganz grossen Reisefehler ist, den man begehen kann und bin optimistisch. Inschallah w\u00fcrden sie hier sagen, wobei hier wohl eher mein antibakterielles Abwehrsystem gefragt sein wird statt der liebe Gott. Ansonsten l\u00e4sst er mich dann essen und diskutiert mit einem \u00e4lteren Gast am Stock am Nebentisch, wobei mich beide nicht aus den Augen lassen. Dann und wann rennt eine Dame, von der ich annehme, dass es die K\u00f6chin ist, mit dem Handy am Ohr durchs Lokal auf die Strasse. Von diesem Moment an weiss ich, warum die Frauen hier Kopft\u00fccher tragen: Mann kann damit das Handy ans Ohr klemmen und hat beide H\u00e4nde frei zum Kochen\/Putzen\/Kinderf\u00fcttern usw. Dumm nur, wenn man in der K\u00fcche keinen Empfang hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein n\u00e4chster Plan ist die Bibliothek. Die ber\u00fchmte Biblioteca Alexandrina, scheint&#8217;s die gr\u00f6sste Bibliothek im arabischen Raum. Da das Internet hier \u00fcberall ein wenig bis sehr viel harzt, habe ich mir den Strassenplan der Innenstadt dieser Stadt vorab eingepr\u00e4gt (bzw. versucht einzupr\u00e4gen, wobei der situationsbedingte Schlafentzug in der letzten Nacht dabei eher hinderlich war). Nun macht mir die Polizei einen Strich durch die Rechnung, indem sie eine Strasse einfach sperrt und meinen sauberen Plan im Kopf zerbr\u00f6seln l\u00e4sst. Klar, die machen ja nur ihren Job und der ist delikat genug in diesen Zeiten in \u00c4gypten, ich muss mich neu orientieren, bzw. teures Datenroaming beanspruchen. Doch allzu schwierig ist die Wegfindung zu dieser Bibliothek auch auf Umwegen nicht, steht sie doch am Meer und fast ist mir als h\u00f6rte ich es schon rauschen (in Tat und Wahrheit ist es der rege Strassenverkehr). Schliesslich finde ich das Ding und auch den Ticketschalter, der nicht gleich beim Eingang ist, sondern etwas weiter davor und so bschriftet, dass man, also ich, nicht erkennt, dass es der Ticketschalter der Biblioteca Alexandrina ist, da in arabischer Schrift, derer ich nicht m\u00e4chtig bin, beschriftet. Doch der freundliche Ticketvorkontrolleur &#8211; auch hier gibts Eingangs-, Sicherheits- und Ticketkontrolle inkl. Metalldetektor \u00e0 la Flughafen (kein Scherz imfall &#8211; drei Kontrollen!) &#8211; weist mich auch die Begebenheiten hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <a href=\"https:\/\/www.bibalex.org\/en\/default\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Biblioteca Alexandrina<\/a> wurde in den Nullerjahren anstelle (nicht an der Stelle) der ehemaligen antiken Bibliothek von Alexandria gebaut. Jene war \u00fcber min. 600 Jahre (300 v.Chr. bis 300 n.Chr.) die gr\u00f6sste Bibliothek von Afrika und soll \u00fcber 700&#8217;000 Schriftrollen besessen haben. Davon ist nichts mehr erhalten, nicht einmal irgendwelche schriftlichen Zeugnisse \u00fcber den Untergang, der, vermutet man, im Zuge der Islamisierung \u00c4gyptens vonstatten ging. Es lag also nahe, in Alexandria eine neue Bibliothek zu bauen, was ab 1985 unter g\u00fctiger Mithilfe des Staatspr\u00e4sidenten Hosni Mubarak dann auch geschah. 2002 ging der 218-Mio-$-Bau zweier norwegischer und eines \u00f6sterreichischen Architekten in Betrieb. Bezahlt hat die neue Biblioteca Alexandrina gut zur H\u00e4lfte der \u00e4gyptische Staat, den Rest einige arabische und europ\u00e4ische Geberl\u00e4nder sowie die UNO.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Platz von bis zu 8 Mio B\u00fcchern k\u00f6nnte die BA die gr\u00f6sste Bibliothek des Kontinents sein. Doch zurzeit umfasst die Sammlung von zug\u00e4nglichen und unzug\u00e4nglichen Medien nur rund 550&#8217;000 (wobei s\u00e4mtliche B\u00e4nde des Verlags grippedb\u00e4g aus mir unverst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden fehlen). Die Bibliothek hat wohl zurzeit im Finanzhaushalt \u00c4gyptens nicht erste Priorit\u00e4t. Nichtsdestotrotz ist sie bei den alexandrinischen StudentInnen ein heissgeliebter Ort f\u00fcr Recherchen und\/oder rauchende K\u00f6pfe. 2&#8217;000 Arbeitspl\u00e4tze gibt es Lesesaal und rund 600 Computer. Die Inneneinrichtung wurde vorwiegend in Holz gehalten, was eine warme, sanfte Atmosph\u00e4re erzeugt. Wobei ich gerne auch erfahren h\u00e4tte, woher dieses Holz kam, ebenso wie der Granit der S\u00fcdfassade (die auch eine Sonnenuhr ist). Beides gibt es in \u00c4gypten nicht.<\/p>\n<table style=\"width: 780px;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 300px;\">\n<td style=\"width: 545px; height: 300px;\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1709\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web.jpg\" alt=\"Biblioteca Alexandrina\" width=\"515\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web.jpg 1600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web-300x175.jpg 300w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web-600x350.jpg 600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web-768x447.jpg 768w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web-1024x596.jpg 1024w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_PC310024_nile_alexandria_library_web-100x58.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 235px; height: 300px; text-align: right;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.tripline.net\/map?tripId=0734007272041013943BD4AD7DCF7B94&amp;onSite=0\" width=\"200\" height=\"290\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em>Bibliotheca Alexandrina &#8211; man sieht&#8217;s aus den K\u00f6pfen der Studenten rauchen (oder auch nicht, siehe Dame im Vordergrund)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es raucht in den K\u00f6pfen von Alexandria&#8217;s StudentInnen &#8211; Besuch in der Biblioteca Alexandrina &#8211; wenn \u00fcberall Polizeiabsperrungen sind und wie man sich eine Zitrone ausdr\u00fccken l\u00e4sst. 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