{"id":1796,"date":"2018-01-12T08:32:46","date_gmt":"2018-01-12T07:32:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/?p=1796"},"modified":"2018-01-12T14:28:21","modified_gmt":"2018-01-12T13:28:21","slug":"im-tal-der-wale-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/01\/12\/im-tal-der-wale-teil-3\/","title":{"rendered":"Im Tal der Wale, Teil 3"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Wie die Wale nach \u00c4gypten kamen und nicht wieder gehen konnten &#8211; wie aus Skiliftspuren ein Waschbrett wird &#8211; die W\u00fcste lebt nicht mehr oder doch?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wadi al-Hitan &#8211; Die letzten 30 Kilometer ist die Strasse keine, sondern eine Kies-\/Sand-Piste. Und auch der Begriff \u00abPiste\u00bb ist eigentlich nicht der richtige, besser w\u00e4re: quergestelltes Wellblech (Waschbrett). Wie wenn man mit einem Velo \u00fcber ein\u00a0 solches f\u00fchre f\u00fchlt es sich an. Bei jeder Durchfahrt werden die Wellen noch etwas welliger, was den n\u00e4chsten Dr\u00fcberfahrer noch mehr sch\u00fcttelt. Man kennt das Ph\u00e4nomen vom Skilift: Erst zieht die Maschine eine wundersch\u00f6ne Spur in den Schnee, dann entstehen aus unerfindlichen Gr\u00fcnden kleine Wellen. Immer wenn zwei Skis (oder ein Snowboard) \u00fcber eine Welle gleiten, bildet sich dahinter ein kleines Wellental, das durch die Schwere des Gleitenden immer tiefer wird. Der weggedr\u00fcckte Schnee wird zu n\u00e4chsten Welle undsoweiter. Genaus geht das bei W\u00fcstenstrassen: es entsteht mit der Zeit ein Waschbrett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langsam dar\u00fcber zu fahren bringt&#8217;s nicht und ausserdem kommt man so nie an. Die L\u00f6sung w\u00e4re, mit richtig Tempo dar\u00fcber zu donnern. Das wiederum tut dem Auto nicht gut. \u00abViele Leute machen das, aber sie glauben es einfach nicht, irgendwann ist das Auto n\u00e4mlich kaputt und sie fragen sich warum.\u00bb Sagt Raffad, mein Fahrer mit seinem 24-j\u00e4hrigen und 449&#8217;889 Kilometern gefahrenen Toyota Landcruiser. Also f\u00e4hrt Raffad neben der Piste. Viele machen das, man sieht es an den Radspuren. Das ist nur ein wenig komfortabler, schont die Mechanik aber fordert meine Grobmotorik. Das Fahren neben der Strasse in der W\u00fcste ist wie eine Atlantik\u00fcberquerung im Fischkutter &#8211; man braucht Steh- (oder Sitz-)verm\u00f6gen und einen guten Magen. Nach einer Stunde erheben sich die Felsformationen, die ich schon die ganze Zeit am Horizont sehe, in Lebensgr\u00f6sse vor uns. Wir sind im Wadi al-Hitan, im Tal der Wale.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d21357.57607837637!2d30.02246350159119!3d29.26618630647979!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x0%3A0xb0de06c35ce88dbb!2sWadi+Hitan+Visitor+Center!5e1!3m2!1sde!2som!4v1515752039182\" width=\"800\" height=\"300\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Tal der Wale gibt es Wale, bzw. deren \u00dcberreste, weil hier einst (vor 40 Mio Jahren) ein Meer war, das \u00abThetys\u00bb. Dieses Meer (eigentlich eine Meereszunge) trennte den Kontinent Afrika (\u00abGontwana\u00bb) von Asien\/Europa (\u00abLaurasia\u00bb). Die beiden Kontinente waren nur \u00fcber eine Landbr\u00fccke zwischen dem heutigen Algerien und der T\u00fcrkei zum Superkontinent \u00abPangaea\u00bb vereint. \u00dcber die Jahre drehte sich Gontwana im Gegenuhrzeigersinn n\u00e4her an Lauraisa heran, riss die Landbr\u00fccke auf, schuf das heutige Mittelmeer und schloss schliesslich die L\u00fccke zwischen Agypten und der Levante. F\u00fchr lange Zeit blieb ein eingeschlossenes Meer dazwischen &#8211; die Thetys. Im Thetysmeer verblieben u.a. ebendiese Wale. Doch die Drehung von Gontwana hob die Erdkruste unter der Thetys immer mehr an, womit das Meer austrocknete und die Wale sowie andere Meeresbewohnende zu Grunde gingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entdeckt wurden die \u00dcberreste der Wale, die in Millionen von Jahren im Sand und Sandstein konserviert und sp\u00e4ter von der Erosion freigelegt wurden, erst im letzten Jahrhundert. Bis heute sind rund 250 fossile Skelette (Basilosaurus und Dorudon atrox) registriert worden. Seit 2005 ist das Wadi al-Hitan Naturschutzgebiet und UNO-Weltkulturerbe.<\/p>\n<p>Zur Er\u00f6ffnung des begehbaren Fossilienparks wurde ein kleines Museum und ein Helikopterlandeplatz gebaut. Letzterer diente dem damaligen Pr\u00e4sidenten \u00c4gyptens Hosni Mubarak als Landplatz. Es kam aber nur seine Frau. Die dreist\u00fcndige Anfahrt durch die W\u00fcste mit dem Wellblechfinale war ihr wohl nicht zuzumuten (wobei die Piste da noch brandneu und ungewellt war). Der Landeplatz wurde seither nie mehr ben\u00fctzt. Alle Besuchenden fahren auf dem 30 Kilometer langen Waschbrett zum Tal der Wale. Oder eben daneben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1800\" aria-describedby=\"caption-attachment-1800\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1800\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web.jpg\" alt=\"Dorudon atrox\" width=\"800\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web.jpg 1600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web-600x365.jpg 600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web-768x467.jpg 768w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web-1024x622.jpg 1024w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/grippedbag_HUG_3904_nile_wadihitab_dorudon_web-100x61.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1800\" class=\"wp-caption-text\">Ein recht gut erhaltener Dorudon atrox im Wadi al-Hitan<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Wale nach \u00c4gypten kamen und nicht wieder gehen konnten &#8211; wie aus Skiliftspuren ein Waschbrett wird &#8211; die W\u00fcste lebt nicht mehr oder doch? Wadi al-Hitan &#8211; Die letzten 30 Kilometer ist die Strasse keine, sondern eine Kies-\/Sand-Piste. Und auch der Begriff \u00abPiste\u00bb ist eigentlich nicht der richtige, besser w\u00e4re: quergestelltes Wellblech (Waschbrett).<\/p>\n<div class=\"more-link\">\n             <a href=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/01\/12\/im-tal-der-wale-teil-3\/\" class=\"theme-btn\"><span>Weiterlesen <\/span><i class=\"bi bi-arrow-right\"><\/i><\/a>\n        <\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1800,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-1796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nil"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1796"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3221,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1796\/revisions\/3221"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}