{"id":2050,"date":"2018-03-11T17:30:00","date_gmt":"2018-03-11T16:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/?p=2050"},"modified":"2018-03-11T18:43:19","modified_gmt":"2018-03-11T17:43:19","slug":"beiruts-ei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/03\/11\/beiruts-ei\/","title":{"rendered":"Beirut&#8217;s Ei"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Ein gek\u00f6pftes Ei mitten in Beirut bereitet Bauchschmerzen &#8211; Es soll weg weil es teuren Baugrund entwertet &#8211; Es soll bleiben: Als Erinnerung und Mahnmal gegen die Dubaiisierung &#8211; Vorl\u00e4ufig aber gammelt der architektonische Exkurs vor sich hin wie ein faules Ei<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">BEIRUT. Es sieht aus wie ein Bunker und es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenns einer w\u00e4re. Nur, der Krieg ist vorbei, niemand braucht mehr einen Bunker (Holz angreifen!), warum steht das zerschossene Betonding denn noch hier? Weil es noch keiner gewagt hat, es niederzureissen. Es ist eine grossartig quere architektonische Idee. Es sieht aus wie ein St\u00fcck Seife, oder wie ein gek\u00f6pftes, liegendes Ei und heisst darum auch so: \u00abThe egg\u00bb.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2052\" aria-describedby=\"caption-attachment-2052\" style=\"width: 1600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2052\" src=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web.jpg\" alt=\" Egg of Beirut\" width=\"1600\" height=\"1069\" srcset=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web.jpg 1600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-600x401.jpg 600w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-100x67.jpg 100w, https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_1962_nile_beirut_theegg_web-250x167.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2052\" class=\"wp-caption-text\">Steht v\u00f6llig quer in der Landschaft &#8211; Beirut&#8217;s \u00abthe egg\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ei ist ein Kino. D.h., es war eines, bis der B\u00fcrgerkrieg es zerschoss und folglich unbenutzbar machte. Das Ei, geplant vom Architekten Joseph Philippe Karam (1923-1976), betoniert im Jahr 1966, war Teil des damals geplanten \u00abBeirut City Center\u00bb, eine \u00dcberbauung mit zwei B\u00fcrohochh\u00e4usern, Shopping Mall im Erdgeschoss und ein Kulturzentrum &#8211; das Ei-Kino. Gebaut wurde nur ein B\u00fcrohaus und das Ei, dann brach der B\u00fcrgerkrieg aus. Das City Center stand auf der \u00abGreen Line\u00bb, der imagin\u00e4ren Grenze zwischen den Kriegsparteien Ost- und Westbeirut. Alles was im Bereich dieser gr\u00fcnen Linie stand, wurde in den 15 Jahren des B\u00fcrgerkriegs unter Beschuss genommen. Dementsprechend pr\u00e4sentierten sich die Bauten an dieser Green Line &#8211; sie waren alle nicht mehr benutzbar und wurden im Zuge des Wiederaufbauplans f\u00fcr den Central District niedergerissen (siehe auch Post \u00ab<a href=\"http:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/03\/07\/beirut-downtown\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beirut Downtown<\/a>\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">The egg aber steht immer noch so da wie am letzten Tag des Kriegs. Niemand wagte bis heute es anzur\u00fchren. Erst hielt die Stadtregierung sch\u00fctzend die Hand dar\u00fcber, und nun, nachdem es die Stadt zum Abschuss freigegeben hat und das Grundst\u00fcck an einen Investor aus Abu Dhabi verkauft wurde, wehrt sich die Beiruter Avantgarde gegen den Abriss. Architekten streiten sich \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.failedarchitecture.com\/the-value-of-a-war-scarred-ruin-in-beirut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">architektonischen Wert<\/a> des Beton-Ei&#8217;s, Einheimische, die den Krieg \u00fcberlebt haben, m\u00f6chten es als Erinnerungs-Symbol behalten, der neue Grundbesitzer m\u00f6chte es nat\u00fcrlich weghaben, weil der baugrund darunter viel zu wertvoll ist. Seit mehreren Jahren wird also heftig dar\u00fcber diskutiert, was mit dem Ei im Kuckucksnest des Central District (Beirut Downtown) geschehen soll: Stehenlassen wie es ist, sanfte Renovation, Runderneuerung oder Abreissen. Rundherum haben ideenlose Bauherren und Architekten neue Bauten hochgezogen und wo das noch nicht soweit ist, w\u00fcten derzeit Planer, Bagger und Banken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daselbst wurde auf der Nordseite des Ei&#8217;s eine neue Moschee gebaut, Beirut&#8217;s heute gr\u00f6sste namens \u00abMohammed-al-Amin-Moschee\u00bb. Doch der Rest des Quartiers wird demn\u00e4chst in Beton, Glas und Stahl erstrahlen. Mit oder ohne Ei. Hoffentlich mit. Als ein Mal gegen die Gentrifizierung. In Beirut auch Dubaiisierung genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gek\u00f6pftes Ei mitten in Beirut bereitet Bauchschmerzen &#8211; Es soll weg weil es teuren Baugrund entwertet &#8211; Es soll bleiben: Als Erinnerung und Mahnmal gegen die Dubaiisierung &#8211; Vorl\u00e4ufig aber gammelt der architektonische Exkurs vor sich hin wie ein faules Ei BEIRUT. Es sieht aus wie ein Bunker und es w\u00fcrde mich nicht wundern,<\/p>\n<div class=\"more-link\">\n             <a href=\"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/2018\/03\/11\/beiruts-ei\/\" class=\"theme-btn\"><span>Weiterlesen <\/span><i class=\"bi bi-arrow-right\"><\/i><\/a>\n        <\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2052,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-2050","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nil"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2050"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2061,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050\/revisions\/2061"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.michlmichl.ch\/wordpress_2\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}